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Srila BR Sridhara Gosvami
Warum lässt sich Glück nicht fassen? Wieviel wir auch erlangen, wir streben immer nach mehr. Jeder von uns ist in jeder Hinsicht so beschaffen. Wie könnte es also möglich sein, dass begrenzte materielle Objekte und flackerhafte körperliche oder intellektuelle Freuden unser unbegrenztes Verlangen stillen? So lange wir weiter innerhalb der materiellen Sphäre nach Glück suchen, werden unsere Anstrengungen und Unternehmungen mit Sicherheit in Frustration enden.
Aufgrund ihrer wesenseigenen Grenzen können materielle Objekte und Ziele unsere grenzenlosen Sehnsüchte einfach nicht zufrieden stellen. Nur wenn wir die Schönheit und Liebe des unendlichen spirituellen Reiches zu unserem Ziel machen, können wir hoffen, bei unserer gemeinsamen Suche nach anhaltendem Glück erfolgreich zu sein. Der Herr ist immer da, sogar in den schlimmsten Phasen unseres Lebens. Er wartet, Er wartet, um uns zu helfen. Wir müssen nur mit Aufrichtigkeit – mit aller Aufrichtigkeit – Seine Gnade suchen. Er ist überall und wartet, „Mein Junge, schau Mich an. Kümmere dich nicht so sehr um die äußere Umgebung. Ich bin hier, ganz nahe bei dir. Du hast deinen Blick abgewandt, du hast dein Bewusstsein nach außen gerichtet. Richte es nach innen und du wirst Mich dort vorfinden. Richte es nach oben. Du blickst nach unten in der Hoffnung, Diener und Annehmlichkeiten zu erlangen, aber wenn nach oben schaust, nach einer Existenz, die höher ist als du, dann wirst du Mich auf dieser Ebene finden. Schau nicht nach unten und suche nach Dienern.“ Du möchtest ein Meister werden und deswegen suchst du nach Dienern, du jagst nach Dingen, die dir dienen können. Schlag den entgegengesetzten Kurs ein, werde ein Diener und suche nach deinem Meister, deinem Herrn, und du wirst erhoben werden in ein höheres Reich. Wenn du in einem höheren Reich leben möchtest, dann wirst du dort dienen müssen. Wenn du Meister sein möchtest, dann musst du nach unten in die niedrige Zone kommen, wo du Meister sein kannst.
Das ist weder Übertreibung noch Einbildung, es ist eine wissenschaftliche Sache. Du kannst nur diejenigen genießen, die sich in einer niedrigeren Position befinden. Während du versuchst zu genießen, ist es unvermeidlich, in niedrige Gemeinschaft zu gelangen. Nur wenn du dich auf den höheren Dienst vorbereitest, wirst du fähig sein, mit der höheren Position der Seele in Kontakt zu kommen.
Opfer - nur Opfer werden dich emporheben. Die Haltung zu genießen wird dich erniedrigen. Wir sollten verstehen, was Ausbeutung, was Genuss und was höher Dienst bedeuten. Göttlicher Dienst ist rein, und in diesem Dienst gibt es auch eine reine Form der Freude und Ekstase. Durch Geben werden wir zu Gewinnern und durch Erpressung zu Verlierern. Diese wissenschaftliche Tatsache sollte verstanden werden.
Indem man andere beraubt, kann man eine oberflächliche Zufriedenheit erlangen, aber unter der Oberfläche besteht dieser gewisse Verdacht, dass das Ergebnis nicht besonders gut sein wird: „Die Reaktion wird kommen und mich überfallen.“ Ausbeuten oder Stehlen bewwirkt zwar eine Art von Genuss, aber auch große Spender genießen Glück durch ihre Wohltätigkeit. Es besteht ein Unterschied in der Qualität zwischen diesen beiden Arten von Glück, und wir sollten zwischen den beiden unterscheiden. Auf verschiedenen Ebenen gibt es verschiedene Auffassungen von Glück, und wir sollten den qualitativen Unterschied des zu erreichenden Glücks vergleichen. Wir sollten die verschiedenen Ebenen des Lebens erkennen. Das höhere Leben des Dienstes ist göttliches Leben. Dort befindet der absolute Herr. Alles ist für Ihn. Alles hier ist zu Seiner Freude bestimmt. Aber wie können wir göttliches Leben erlangen? Was ist weltlich? Und was ist göttlich? Wir müssen zwischen diesen beiden unterscheiden. Wir müssen sie untersuchen, um das göttliche Leben wählen zu können. Wer ist Gott? Gott ist kein Befehlsempfänger. Wenn ich krank bin, dann sollte ich nicht einfach bitten, „O Gott, heile meine Krankheit!“ Und wenn ich arm bin, dann sollte ich nicht nur beten, „O Gott, gib mir Geld!“ Eine solch gewinnsüchtige Verbindung ist nicht besonders glücklich. Trotzdem wohnt ihr eine gewisse Bedeutung inne, denn in ihr liegt zumindest die Ahnung, dass es eine übernatürliche Macht geben könnte, die Wunder vollbringen kann. Und Er kann Wunder vollbringen. Dennoch ist es besser, nach Gott zu streben, ohne irgend etwas Materielles von Ihm zu erwarten. Wir sollten nach Gott Selbst streben, denn Er ist die Quelle allen Reichtums. Nach nichts anderem, das uns als wertvoll erscheint, sollten wir streben. Von Ihm allein sollten wir uns abhängig machen: „O Herr, gib mir, was gut für mich ist. Ich bin ein unvollkommenes Geschöpf. Ich weiß nicht, was gut und was schlecht ist. Bitte gib mir, was immer Du für mich als gut erachtest.“ Das ist besser, als um materieller Segnungen willlen zu Ihm zu beten.
Aber das Beste ist es, die Überzeugung des reinen Dienstes zum Höchsten zu erlangen. „Ich möchte nur Dich, mein Herr, sonst nichts.“ Und was wird unsere Verbindung mit Ihm sein? Dienst. „Ich möchte nur Deinen Dienst.“ Am Anfang mag es scheinen, als seien wir Verlierer, aber am Ende werden wir gewinnen. Es scheint, als gäben wir uns selbst, wenn wir unsere selbstischen Interessen opfern, aber auf einer feineren Ebene gewinnen wir dadurch. Diese ontologische Tatsache sollten wir hoch schätzen. Sie ist weder dogmatisch noch blindes Vertrauen. Sie gründet auf höheren Überlegungen, die frei von Vorurteilen sind. Ohne Zweifel ist unser Leben unerfüllt und wir sehnen uns nach Erfüllung. Aber nach welcher Art von Erfüllung sollten wir streben und suchen. Wir ahnen, was uns fehlt, und gleichzeitig fühlen wir, dass wir danach streben, diesen Mangel loszuwerden und Zufriedenheit zu erlangen. Das gilt zweifellos für jeden von uns. Aber wie sollen wir vom unerfüllten Leben zur Erfüllung gelangen? Dafür sollten wir nach Gott suchen. Wir müssen nach Ihm suchen.
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