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Die Süße des Namens

Srila BR Sridhara Gosvami

Der folgende Text ist eine Erläuterung BR Sridhar Maharajas zu einem Lied Bhakti Vinod Thakurs.

Genau wie eine Wüste ist mein Herz, heiß von den Strahlen der Sonne. So sieht es in meinem Inneren aus. Der Wunsch nach vergänglichen Dingen kann mich nicht zufrieden stellen, denn diese führen von Natur aus zum Tod.

Aber nicht nur ein oder zwei, nein, tausende solcher Tod bringenden Wünschen haben sich in meinem Geist festgesetzt und quälen mein Unterbewusstsein. Das ist mein Zustand. Aber irgendwie, durch die Gnade von sadhu oder Guru, ist der heilige Name Krishnas samt seinen unbegrenzten Perspektiven durch die Öffnungen meiner Ohren eingedrungen und hat mein Herz erreicht. Dort hat er mit einer seltsamen Hoffnung, mit seinen unendlichen glückverheißenden Möglichkeiten mein Herz mit einer neuen Art von Nektar berührt. Neue Hoffnung also erweckte dieser Klang. Mit Gewalt bahnt er sich sodann seinen Weg vom Herzen zur Zunge - nicht dass etwa die Zunge aus eigener Kraft diesen Klang produzierte, nein. Das, was aus dem Herzen eines Heiligen über meine Ohren eindrang, gelangte in mein Herz, und gewaltsam erschien es auf meiner Zunge und tanzte. Das ist der wahre heilige Name. Er kommt von oben herab. Er kann nicht von der aus Materie geformten Zunge produziert werden, er kommt von einer höheren Quelle. Und durch einen Mittler des Absoluten kommt er über das Ohr ins Herz. Im Herzen sammelt sich etwas Sympathie für ihn, und dann erscheint der heilige Name Krishnas gewaltsam auf der Zunge und beginnt dort zu tanzen. Mit großer Kraft kommt er bis zur Zungenspitze, wo dieser süße Klang dann zu tanzen beginnt.
Die echten Wirkungen des heiligen Namens wurden hier beschrieben. Wenn es der wahre, lebendige Name ist, wird die Stimme stocken, der Körper wird zittern, und die Beine können einen nicht mehr tragen. Manchmal werden Tränen in Strömen den Körper hinab fließen und die Haare werden zu Berge stehen. Manchmal wird man ein Wechseln der Körperfarbe sehen, und man wird keine Spur von mentalem oder bewusstem Einfluss finden. Man kann auch in Ohnmacht fallen, es sieht aus, als würde der ganze Körper und Geist attackiert, während er zittert und auf andere Arten ergriffen wird. Es mag aussehen, als würden in Körper und Geist viele Schwierigkeiten entstehen, aber das innerste Herz wird überflutet von einem ungewöhnlichen, seltsamen süßen Nektar. Manchmal denkt der Devotee, "Ich schwimme in einem Nektarmeer. Meine gesamte Existenz befindet sich in einem Meer voller nektargleicher Flüssigkeit. Ich stehe neben mir. Ich begreife nicht, wo ich bin. Wo bin ich? Was passiert da? Was ist mit mir los? Bin ich beim verrückt werden oder bin ich schon verrückt? Wo sind mein vergangenes Leben, meine Ernsthaftigkeit geblieben. Was bin ich? Ich bin durch ein fremdartiges Ding völlig verwandelt worden. ich bin eine Puppe in den Händen einer starken Kraft, die zugleich soviel Zuneigung für mich hat. Ich kann nicht verstehen, wie es möglich ist, dass ich durch mein Vertrauen in diese großartige unbekannte Umgebung gelangt bin, unerfahren wie ich war. Und jetzt sehe ich, dass ich völlig gefangen bin. Mein ganzes Wesen, innwendig und auswendig, wurde gefangen von einer eigenartigen, süßen Macht. Ich bin dieser süßen Macht hilflos ausgeliefert. Es lässt sich einfach nicht beschreiben. Ich wollte bei Ihm Zuflucht nehmen und Ihn als meinen Wächter annehmen, und nun werde ich in seinen Händen so gnadenlos und willkürlich zu seinem Spielball. Dennoch fühle ich, dass alles sehr angenehm ist, jenseits meiner Erfahrung. Was ist das? ich kann nicht mehr widerstehen, ich bin völlig vereinnahmt. Lass mein Schicksal Schicksal sein, ich kann da nicht mehr heraus. Ich bin ein Gefangener an der Hand eines lieben Freundes. Meine Unabhängigkeit ist dahin. Ich kann mich nur mehr völlig ergeben. Ich bin nicht in der Lage, meinen wirklichen Zustand zu beschreiben. Ich erkenne, dass er ein Autokrat ist. Was immer er tun möchte, wird er tun. Weil ich zu keinerlei Widerstand fähig bin, muss ich mich ergeben. Ich möchte auch bei allem helfen, was er gerne tun möchte, was sollte ich auch sonst tun? Ich bin hilflos."

Manchmal kommt es mir vor, als sei die Süße des Namens wie in eine blühende Blume gefasst, aus der wunderbare Ströme süßen Nektars fließen. Der heilige Name enthält zahlreiche unterschiedliche Arten solcher Ströme, und auf wundervolle Weise drückt Er sich in vielen Facetten aus. Manchmal bringt er merkwürdige Farben und Formen hervor und verschwindet dann wieder. Auf so viele bezaubernden Arten zeigt er sich meinem inneren Auge, und gewaltsam bringt er mich dazu, mich am Fuße dieses Altars zu ergeben. Er zeigt sich in seiner ganzen Fülle in Vrindavan, im Vraja-lila zusammen mit Radharani, und er nimmt mich dorthin mit. Ich sehe mich inmitten seines süßen und liebevollen Zubehörs. Und er sagt zu mir: "Siehst du, ich besitze so viele wunderbare Dinge. Das ist dein Zuhause. Ich bin keine Einbildung, sondern pure Wirklichkeit. Du siehst, dass alles hier äußerst wohlgesonnen und süß ist. Du solltest hier leben." Ich sehe, wie er dort mit seinen Gefährten auf verschiedenste Weise mit unterschiedlichen Rasas umgeht. Und ich sehe, dass ich dort einen anderen Körper besitze, der aus meinem früheren Körper hervorging und der hier einen festen Platz in seinem Dienst besitzt. Solch ein neues Leben offenbart sich mir hier. Und dann erkenne ich, dass all meine Vorstellungen und Erfahrungen meines letzten Lebens verschwunden sind. Es stimmt - hier ist mein wirkliches Leben. Hier ist es wirklich, dort war es nur Schein, und jenes Leben ist vorbei. Dann erkenne ich, dass mir das Chanten des heiligen Namens neuen Mut gibt, neue Zuversicht und neue Hoffnung. Was immer wir möchten, was immer unser innerstes Verlangen ist - der heilige Name wird es zur Verfügung stellen. Wenn wir uns dem Namen zuwenden, werden all unsere innersten Sehnsüchte erfüllt. Er ist ewig, der Reinste der Reinen und voller Ekstase. Jetzt bin ich vollkommen verwandelt. Mein innerstes Sehnen sieht nun so aus: was auch diesem süßen Namen entgegensteht, es möge für immer aus dieser Welt verschwinden. Wenn irgendetwas diesem süßen Leben entgegensteht, möge es verschwinden, und wenn nötig, werde ich mein Leben dafür geben, damit es für immer aus dieser Welt verschwinde. Dann werden auch andere in der Lage sein, dies ungehindert zu kosten. Nichts soll einer solchen Erfüllung des Lebens im Wege stehen, das keinen Vergleich kennt. Jeder möge also herkommen, und wenn es sein muss, werde ich mich dafür opfern, jeden Widerstand zu vernichten, damit alle ruhig und friedvoll und gefahrlos dieses Absolute, süße und ekstatische Leben genießen können.

Sri Kalyana Kalpataru Vol. 1 no. 4