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Im Satya-yuga lebte einst ein furchterregender Dämon namens Mura. Stets zornig versetzte er die Halbgötter in Angst und Schrecken, ja er bezwang sogar Indra, den Himmelskönig, Vivasvan, den Sonnengott, die acht Vasus, Brahma, den Windgott Vayu und den Feuergott Agni. Mit seiner gewaltigen Macht brachte er sie alle unter seine Kontrolle.
 
Daraufhin wandten sich die Halbgötter an Vishnu und beteten zu Ihm, er möge ihnen helfen.
 
Als Vishnu diese Gebete und Bitten Indras vernahm, ward er von Zorn erfüllt und sprach: "O ihr mächtigen Halbgötter, geht jetzt alle zusammen nach Candravati, der Hauptstadt Muras." Auf diese Weise ermutigt machten sich die versammelten Halbgötter unter der Führung Haris auf den Weg nach Candravati.
Dort entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den Soldaten Muras und den Halbgöttern. Hunderte von Dämonen wurden durch die Hand des Herrn getötet. Zum Schluß begann Mura, der Anführer der Soldaten, selbst mit dem Herrn zu kämpfen. Erst kämpften sie mit Waffen, dann mit bloßen Händen. Der Herr rang mit Mura für eintausend himmlische Jahre und brach dann, offenbar ermüdet, auf nach Badarika-Ashram. Dort ging er in die wunderschöne Höhle Himavati, um sich auszuruhen. Der Dämon folgte Ihm bis in die Höhle, und als er den Herrn dort schlafen sah, dachte er bei sich: "Heute werde ich Hari, den Bezwinger aller Dämonen, töten."
 
Während der boshafte Dämon Mura so in seine Pläne vertieft war, manifestierte sich aus dem Körper Vishnus ein junges Mädchen von leuchtend heller Körperfarbe. Mura sah, daß sie mit verschiedensten glitzernden Waffen ausgestattet und bereit zu kämpfen war. Auf diese Weise von der Frau zum Kampf herausgefordert machte Mura sich bereit, mit ihr zu kämpfen, aber er war sehr erstaunt, als er feststellte, daß sie ohne Ende mit ihm kämpfte. Darauf sagte der König der Dämonen: "Wer erschuf dieses zornige, furchteinflößende Mädchen, die mich so machtvoll bekämpft, so als ob mich ein Blitz träfe?" Daraufhin setzte er seinen Kampf mit dem Mädchen fort.
 
Plötzlich zerschmetterte die strahlende Göttin alle Waffen Muras, und im nächsten Moment raubte sie ihm seinen Streitwagen. Er rannte auf sie zu und wollte sie mit bloßen Händen angreifen, aber als sie ihn auf sich zukommen sah, trennte sie zornig seinen Kopf ab. Sofort viel der Dämon zu Boden und ging in das Reich Yamarajas.
 
Dann erwachte der Höchste Herr und sah den toten Dämonen vor Sich liegen, und ebenso das junge Mädchen, das sich mit gefalteten Händen vor Ihm verneigte.
 
Der Herr war mit dem Mädchen sehr erfreut erfreut und bot ihr eine Segnung an.
 
Das Mädchen sprach darauf: "O Herr, wenn Du mit mir zufrieden bist und mir eine Segnung gewähren möchtest, dann gib mir die Macht, jene Menschen selbst von den übelsten Sünden zu erlösen, die an diesem Tage fasten. Ich möchte, daß die Hälfte der frommen Ergebnisse, die jemand durch solches Fasten erlangt, demjenigen zuteil wird, der nur am Abend ißt [und von Getreide und Hülsenfrüchten fastet], und daß wiederum die Hälfte dieses frommen Ergebnisses dem zuteil wird, der nur zu Mittag ißt. Auch soll jemand, der an meinem Erscheinungstag strikt und mit beherrschten Sinnen fastet, für eine Milliarde kalpas das Reich Vishnus erlangen, nachdem er in dieser Welt alle möglichen Freuden erlebt hat. Diese Segnung wünsche ich mir durch Deine Barmherzigkeit, mein Herr. O Herr, ob jemand nun ganz fastet oder nur am Abend oder nur zu Mittag ißt, bitte gewähre ihm eine religiöse Gesinnung, Reichtum und am Ende Befreiung."
 
Die Höchste Persönlichkeit Gottes entgegnete: "O überaus fromme Dame, was du dir gewünscht hast, sei dir gewährt. Alle meine Devotees in dieser Welt werden ganz sicher an deinem Tag fasten, und so werden sie überall in den drei Welten berühmt und am Ende mit Mir in Meinem Reich zusammen sein. Weil du, Meine transzendentale Energie, am elften Tage des abnehmenden Mondes erschienen bist, sei dein Name Ekadasi. Wenn jemand an Ekadasi fastet, werde ich all seine Sünden verbrennen und ihm Zugang zu Meinem transzendentalen Reich gewähren."