| Das Kethuri Festival |
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eine Zusammenfassung von Sri Narahari Chakravartis Bhakti-ratnakara, 10. Welle
Vierzig Jahre nachdem Sri Krishna Chaitanya Mahaprabhu diese Erde verlassen hatte, veranstalteten Narottama Dasa Thakura und Srila Srinivasa Acharya das erste Gaura-Purnima-Festival in Kethuri, Nordbengalen. Sri Narahari Chakravarti hat dieses besondere Ereignis, an dem fast alle noch lebenden Zeitgenossen Mahaprabhus und deren Nachfolger zusammenkamen, in seinem Buch Bhakti-ratnakara festgehalten. Kann man sich vorstellen, von welchem Nektarozean göttlicher Glückseligkeit die Stadt Kethuri überschwemmt wurde, als Srinivasa Acharya und Narottama Dasa zusammen mit einer großen Schar Vaishnavas dort eintrafen? Allein durch die Gemeinschaft Narottama Dasas wurden viele vormals Ungläubigen bekehrt, und alle Bewohner der Stadt fielen diesen berühmten Vaishnavas zu Füßen. Angesichts der Freude, mit diesen Mahabhagavatas das Geburtstagsfest Sri Gaurangas feiern zu dürfen, vergaß man alle persönlichen Sorgen und betrachtete sich als überaus vom Glück begünstigt, vom Staub der Lotusfüße solch erhabener Persönlichkeiten gesegnet zu sein. Am darauffolgenden Tag war Phalguna Purnima, und es war bereits ein Altar errichtet, auf dem sechs Deities von Krishna Platz nehmen sollten. Selbst die Halbgötter würden kommen, um die Feierlichkeiten zu beobachten. Mit großer Ungeduld wurde die Veranstaltung des sankirtanas erwartet. König Santosh Datta hatte sich mit großer Sorgfalt der Vorbereitung dieses Festes angenommen und das Gelände, auf dem der sankirtana stattfinden sollte, mit einem Baldachin überdacht und rundherum Bananenbäumchen gepflanzt. Der Klang verschiedenster Instrumente ließ die Begeisterung für das Fest anschwellen und deutete an, daß der Morgen herannahte. Jedermann brach auf zum Tempel Sri Gaurangas, in dessen Hof sich bereits die Vaishnavas, in neue Gewänder gekleidet und mit Tilak geschmückt, versammelten. Srinivasa Acharya und Narottama Dasa waren vom festlichen Schmuck sehr angetan, und die Gefährten Sri Chaitanya Mahaprabhus erteilten Srinivasa Acharya die Erlaubnis, mit der Badezeremonie der Deities zu beginnen. Nachdem dieser den älteren Vaishnavas seine Ehrerbietungen dargebracht hatte, begann er sorgfältig mit der Installation der sechs Deities: Sri Gauranga, Sri Vallabhi Kanta, Sri Vraja-Mohana, Sri Krishna, Sri Radha-Kanta und Sri Radha-Ramana. Die Vaishnavas vergossen Tränen ob der Schönheit der sechs Deities, und die Halbgötter im Himmel streuten Blumen. Es erklang der heilige Name Haris, und die Musiker begannen auf ihren Instrumenten zu spielen. In gekonnter Weise führte Srinivasa Acharya alle Rituale aus, während die Vaishnavas laut den Namen Sri Haris sangen und sich vor den Deities verneigten. Srinivasa Acharya brachte den Deities dann zahlreiche schmackhafte Speisen dar und bot ihnen anschließend Wasser an, um Hände und Mund zu waschen, sowie Betelblätter zum Kauen. Dann opferte er ihnen Blumengirlanden und Sandelholzpaste und fächerte ihnen mit einem camara Luft zu. Er selbst war vom wunderschönen Anblick der Bildgestalten so überwältigt, daß er seine Gefühle nicht beherrschen konnte und zu Boden fiel, um seine Ehrerbietungen darzubringen. Voller Demut verbeugte er sich vor den Gefährten Sri Chaitanya Mahaprabhus und umarmte diese mit tränenerfüllten Augen. Auch vor Jahnavi Devi verneigte er sich, die ihm darauf voller Zuneigung auftrug, die geopferten Blumengirlanden und die Sandelholzpaste an die versammelten Vaishnavas zu verteilen. Mit festem Blick schaute Sri Jahnavi Devi zu Narottama Dasa und vermittelte ihm spirituelle Kraft, wie es kein gewöhnlicher Mensch verstehen kann. Auch der Sohn Advaita Acharyas, Sri Acyutananda, segnete Narottama Dasa, und die Vaishnavas gaben ihm darauf die Erlaubnis, mit dem sankirtana zu beginnen. Die Gefährten Narottama Dasas waren sachkundige Musiker, Sänger und Tänzer. Devidasa, der zur linken Narottama Dasas saß, begann mit der musikalischen Begleitung, und langsam setzten auch die anderen Instrumente ein, und ein jedes schien mit süßen Worten zu sprechen. Narottama Dasa führte den kirtan an, und Sri Vallabha Dasa und andere wiederholten jeden Vers. Sri Gauranga das und einige weitere spielten Instrumente und sangen. Sri Gokula Dasa beeindruckte die Zuhörerschaft mit seiner süßen Stimme ganz besonders. Umgeben von den Musikern wirkte Narottama Dasa wie der Mond inmitten zahlloser Sterne. Die Spieler und Sänger waren versunken in Gedanken an Sri Chaitanya, Sri Nityananda und Advaita Acharya und gaben sich völlig deren Gnade hin. Die grandiose künstlerische Darbietung verlieh den verschiedenen musikalischen Stimmungen fast ein eigenständiges Leben, und mit der emotionalen Bewegtheit der Lieder nahmen Lautstärke und Geschwindigkeit zu, sehr zur Freude aller Vaishnavas. Narottama Dasa änderte den Stil des kirtanas, der nun den mentalen Zustand Sri Chaitanyas beschrieb, als dieser ganz in der Stimmung Sri Radhikas versunken war. Die Sänger waren tief bewegt, und das erhöhte die Ekstase der Zuhörerschaft. Sri Jahnavi Devi weinte, als sie den Liedern lauschte, welche die Beschaffenheit der Hingabe Sri Gaurangas beschrieben. Auch viele andere konnten ihre Gefühle nicht mehr kontrollieren und erschauderten in ekstatischer Verzückung. Die Zuhörer nahmen den kirtana Sri Narottama Dasas mit unterschiedlichen Eindrücken auf. Manche waren begeistert davon, wie er den Liedern eine innere Bedeutung verlieh, andere dachten, er wolle mit seiner Art des kirtanas die kirtanas von Sri Gauranga im Hause Svarupa Damodaras nachahmen in der Hoffnung, den Herrn so anzuziehen, daß er beim kirtana erscheine. Jeder wertschätzte die Darbietung auf seine Weise, doch alle waren sich einig, daß selbst die Gandharvas und Kannaras von diesem Singen beschämt wären. Die Halbgötter streuten Blumen während des kirtanas, und so manch große Persönlichkeit, wie Narada Muni und andere große Weise, mischten sich unerkannt unter die Menge, um dem kirtana beizuwohnen. Selbst Tiere und Vögel waren wie hypnotisiert von den wunderbaren Liedern. Der Ozean des sankirtanas schwoll mehr und mehr an, bis die Teilnehmer sich ihrer individuellen Existenz nicht mehr bewußt waren und in ihren Tränen badeten. Auch Sri Gauranga hörte dem kirtana zu und beschloß, sich offen an diesem Ort zu zeigen. Mitten im sankirtana erschienen plötzlich Sri Chaitanya, Sri Nityananda, Sri Advaita Acharya und andere Gefährten des Herrn wie Blitze in einer Wolke. Durch ihr Erscheinen das ganze Universum bezaubernd, wurden sie nun zu den kostbaren Juwelen des sankirtanas. Nicht einmal Brahma und andere Halbgötter waren in der Lage, dieses göttliche Spiel zu begreifen. Die Vaishnavas waren bezaubert von den wunderschönen Kleidern und erhabenen Gesten dieser göttlichen Wesen. Voller Anmut tanzten sie zum immer schneller werdenden Rhythmus der Musikinstrumente. Der Tanz Sri Chaitanya Mahaprabhus war unbeschreiblich und schien transzendentale Liebe über die ganze Welt zu ergießen. Sri Nityanandas Tanzen ließ die Erde erzittern, während Sri Advaita Acharya wie ein verrückt gewordener Löwe tanzte und in Verzückung brüllte. Zusammen mit Gadadhara Pandita tanzte Srinivasa Acharya voller Freude. Der ekstatische Tanz von Srivasa Pandita, Murari Gupta, Vakresvara Pandita, Haridasa Thakura, Svarupa Damodara Go-svami, Gadadhara Dasa, Ramananda Raya, Vasudeva Datta, Sarvabhauma Bhattacharya und Vidya Vachaspati riß die Menschen vollkommen aus ihren täglichen Sorgen heraus. Selbst die Halbgötter und Gandharvas tanzten zu dieser außerordentlichen sankirtana Vorführung. Weil Sri Gauracandra seine Vaishnavas liebt, erfüllte er die Wünsche Srinivasa Acharyas und Narottama Dasas, indem er während des sankirtanas erschien. Als der Herr Srinivasa Acharya und Narottama Dasa umarmte, flüsterte er ihnen etwas Vertrauliches ins Ohr, so daß niemand es hören konnte. Unmittelbar darauf verschwand Sri Chaitanya Mahaprabhu samt seinen Gefährten wieder und ließ seine Vaishnavas in einem Zustand höchster Verzweiflung zurück. Dieses plötzliche Erscheinen und Fortgehen Sri Chaitanya Mahaprabhus inmitten des sankirtanas schuf eine Stimmung der Verzweiflung unter der gesamten Zuhörerschaft. Das plötzliche Verschwinden des Herrn machte den Menschen ihr gegenwärtiges elendes Leben so bewußt, daß sie in großer Enttäuschung bitter klagten. Hilflos suchten sie nach dem Herrn und seinen Gefährten. So schmerzhaft war das Verschwinden Sri Gaurangas und seiner Gefährten, daß die Anwesenden sich weinend am Boden wälzten, so daß die Erde durch ihre Tränen ganz aufgeweicht wurde. Als die Vaishnavas wieder zu ihrem äußeren Bewußtsein kamen, konnten sie kaum fassen, daß sie tatsächlich die Gemeinschaft des Herrn erlebt hatten. Srinivasa Acharya und Narottama Dasa erklärten der Zuhörerschaft, daß sie Zeuge eines weiteren Spieles Sri Chaitanya Mahaprabhus waren, und daß diese Spiele für materialistisch gesinnte Menschen immer unbegreiflich sind. Auch Srimati Jahnava Devi bestätigte dies mit ihrer Aussage, daß Sri Chaitanya hiermit den brennenden Wunsch seiner geliebten Vaishnavas, besonders jenen Narottama Dasas, erfüllt habe. Zugleich habe er damit auch viele Atheisten von einem sündhaften Leben befreit. Anschließend bat Jahnava Devi Srinivasa Acharya darum, das Holi-Fest zu beginnen, bei dem man verschiedene Farbpulver aufeinander wirft. Sogleich begann Srinivasa Acharya damit, farbige Pulver in unterschiedlichen Behältern herbeizubringen. Nachdem Jahnava Devi diese Farben den Deities geopfert hatte, begannen die Vaishnavas damit, sich gegenseitig mit Farbe zu bewerfen. Es war ein wundervoller Anblick, und alle genossen dieses Fest, bei dem man sich an das Holi-Spiel Sri Radha-Krishnas erinnerte. Am Abend begann dann das eigentliche Fest des Erscheinens Sri Chaitanyas, zu dem sich alle Vaishnavas im Hof des Tempels versammelten. Die Priester hatten bereits alles vorbereitet und überreichten die Opfergaben nun nach und nach Srinivasa Acharya, der die Zeremonie leitete. Behutsam entfernte dieser die Kleider Sri Gaurangas und bedeckte seinen Körper mit einem weißen Tuch und stellte ihn auf den Altar. Die folgende Zeremonie erfolgte nach den genauen Regeln des Erscheinens Sri Krishnas, den Gauranga und Krishna sind ein und dieselbe höchste Person. Brahmanas chanteten vedische Hymnen, professionelle Sänger besangen den Charakter Sri Chaitanyas. Andere Sänger aus verschiedenen Landesteilen beschrieben mit ihren Liedern die Nadia-Spiele Sri des Herrn. Ganz Kethuri war während dieser Nacht in strahlendes Mondlicht getaucht, als wäre der Mond in Person zu diesem besonderen Anlaß herabgekommen. Auch nach den offiziellen Ritualen setzten die Vaishnavas ihren kirtana fort, der erst in den Morgenstunden bei der mangala-arati Sri Gaurangas endete. Die Schönheit des Herrn mit seiner anziehenden Gestalt und den Tilak-Zeichen auf Stirn, Armen und Brust bezauberte die Vaishnavas. Nach der Zeremonie begab sich der Herr wieder zur Ruhe, und die Vaishnavas brachten dem Herrn noch einmal ihre Ehrerbietungen dar. Jahnava Devi hatte bereits das prasadam vorbereitet und trug Sri Madhava auf, die Gefährten Sri Chaitanyas zu bitten, Platz zu nehmen und das maha-prasadam einzunehmen. Mit Freude kamen die Vaishnavas der Bitte Madhavas nach, und Jahnava Devi verteilte persönlich das prasadam. Alle waren von den erlesenen Präparationen begeistert. Auch an die Bewohner Kethuris wurde noch prasadam verteilt. So näherte sich dieses großartige Fest seinem Ende und die Vaishnavas brachen am folgenden Tag zu ihren jeweiligen Wohnorten auf, nicht ohne vorher von Sri Gauranga, Vallabhi Kanta und den anderen Deities Abschied genommen zu haben.
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Februar 2012
* Fasten brechen am nächsten Tag von ... bis ... (Änderungen vorbehalten) ![]() Sripad BS Damodar Maharaja (2.2.-7.2 u. 12.2.-15.2.2011) |
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